Studentisches Fechten

Fechten

Wir, die Brauschweiger Burschenschaft Thuringia, sind eine pflichtschlagende Verbindung.
Das bedeutet für uns als Mitglieder, dass wir das Fechten gemeinschaftlich erlernen und auf Mensuren raus gehen. Der Begriff Mensur leitet sich aus dem Lateinischen mensura ab, was mit „Abmessung“ zu übersetzen ist. Der Begriff wird deshalb noch verwendet, weil zwischen zwei Fechtenden der Abstand ermittelt wird und die unterschiedliche Körpergröße ausgeglichen wird, um einen fairen Vergleich zu ermöglichen.

Die Vorbereitung geschieht in täglich angebotenen Paukstunden, wo unter Leitung des Fechtwarts oder älteren Mitgliedern jedem der Umgang mit dem Korbschläger näher gebracht wird. Wenn man über einen Korbschläger spricht, redet man von einem Rapier ähnlichen Gegenstand mit Gitterkorb -um die Hand zu schützen- und mit gerader Klinge, die zum Üben stumpf ist. Während der eigentlichen Mensur aber, ist sie in einem gewissen Grad geschärft. Für Übung und auch die anschließende Mensur sind einige Gegenstände von Nöten. Die Ausrüstung besteht aus einem Handschuh, einem Armschutz (auch Stulp genannt), einem Körperschutz (hier gibt es mehrere Varianten, z.B. ein Kettenhemd oder ein so genanntes Plastron), einem Halsschutz und einem Kopfschutz.

Der eigentliche Bewegungsablauf ist anders als beim olympischen Fechten ein statischer, das heißt der Körper wird nicht bewegt, sondern nur der Fechtarm und das Handgelenk. Es gibt unterschiedliche Arten von Mensuren. Soll heißen, dass bei einer Hochpartie die Hiebe nur von oben geschlagen, bei einer horizontalen Partie bis zu Kopfhorizontalen und bei einer tiefen Partie bis unter die Kopfhorizontalen geschlagen werden dürfen. Das Schlagen von Mensuren mit schweren Säbeln oder Stichwaffen findet heute nicht mehr statt. Das schlagen von Mensuren ist eine alte studentische Tradition, welche bis ins das 16. Jahrhundert zurückgeht. Die Mensur wie man sie heute kennt und sie stattfinden, hat sich aus Ehrenhändeln entwickelt. Heutzutage ist es so, dass es eher darum geht, für den eigenen Bund einzustehen. Deshalb gibt es bei Mensuren auch keine Sieger oder Verlierer, es geht nur darum fest und gut für seinen eigenen Bund einzustehen. Die Mensur ist mittlerweile ein verabredetes und streng Geregeltes Aufeinandertreffen, weshalb sie heutzutage auch als Bestimmungsmensuren bezeichnet werden. Man sucht als „Gegenpaukant“ Studenten aus einer anderen Verbindung, die in etwa dieselbe Körpergröße und Kraft haben und auf demselben technischen Niveau sind. Also kann man sagen, der einzige Gegner den man während einer Mensur hat ist man selber, da man durchaus etwas Durchhaltevermögen während der Vorbereitung auf die Mensur braucht, und vor und während der Mensur starke Nerven braucht.

Mensuren sollen dazu dienen die Gemeinschaft zusammen zu schweißen. Zum einen auf dem Paukboden, wo das Fechten geübt wird, aber auch direkt vor einer Mensur. Denn der Paukant, derjenige der einige Tage bevor es soweit ist -und er seine erste Partie schlagen darf- sicherlich nervös ist, steht quasi im Bundesmittelpunkt und nicht selten hört man von älteren Semestern nach Mensuren Sätze wie:
„Man, selber da zu fechten fand ich immer angenehmer als zuzuschauen, das ist viel zu aufregend!“